Juli 2018

„Grafiklabor“

Eröffnung: Donnerstag, 19.07.2018, 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr

Geöffnet: Fr. 20. 7. - Sa. 21. 7. und Do. 26.07. – Sa. 28.7. 2018
15.00 bis 18.00 Uhr

Studierende des Instituts für Kunst und Kunsttheorie an der Universität zu Köln entwickeln auf der Basis ihrer Abschlussarbeiten im Schwerpunkt Grafik (Lehrende: Margit Schmidt) ein gemeinsames Ausstellungsprojekt.
Performative Elemente, Video, Fotografie und Installation erweitern im Zusammenspiel mit den klassischen Verfahren den tradierten Gattungsbegriff in Richtung konzeptueller Strategien.

Arbeiten von: Merle Ballermann, Lisa James, Carla Kluth, Cristina Langanke, Boris Schmitz, Amelie Stute, Suzan Uludasdemir, Luzie Wintersohl

 

September 2018

Sonntag, 02.09.2018, 11.00 bis 18.00 Uhr

Vorgebirgsparkskulptur 2018

Iris Hoppe, Naomi Liesenfeld, Alice Musiol, Hannah Schneider

Vorgebirgsparkskulptur Köln

 

Nadja Verena Marcin

"OPHELIA"
Eröffnung: Do. 06.09.2018, 19.00 Uhr, Live Performance
Installation: 07.09. bis 22.09.2018

Bild: OPHELIA (Minnesota Street Project), San Francisco, 2018; Courtesy of the artist Nadja Verena Marcin & 532 Gallery Thomas Jaeckel, New York & AKArt, San Francisco; Photography by Thomas Sparks;

Die interdisziplinäre, architektonische live Performance und Medienkunstwerk OPHELIA feiert am 6. September 2018 als Auftakt des DC Open Galleries Wochenende ihre Europapremiere in der Moltkerei e.V. in Köln. Das Bild von „Ophelia“ aus dem neunzehnten Jahrhundert, die von einer Atemmaske in einer technologisch konstruierten Realität am Leben gehalten wird, wird zu einer Metapher für unseren gegenwärtigen Existenzzustand in der anthropozänen Periode. In der Moltkerei e.V. in Köln gibt es einen bislang ungesehenen Zusatz zum OPHELIA Projekt, eine Medieninstallation unter dem Titel OPHELIA’s Ceremony, bestehend aus einer zeremoniellen Ansammlung von Monitoren mit wechselnden Internetmemes der vielseitig zitierten Ophelia. Die Ausstellung wird unterstützt vom Kulturamt Köln.
OPHELIA zitiert die historischen Ikonen Ophelia (John Everett Millais, 1852), Three Ball Total Equilibrium Tank (Jeff Koons, 1985) und The Werld (Daniil Kharms, 1939)—bringt Körper, Kunst, Wissenschaft und Technologie zusammen und erstellt eine Parallele zwischen dem anthropozänen Zeitalter und der Ungleichheit der Geschlechter. Im stählernen Glassarkophag, sowie später als Video zu sehen, schwebt Marcin als Referenz zu Jeff Koons’ Three Ball Total Equilibrium Tank (1985), zitiert aus dem Text Die Werld (1939) von Daniil Kharms über unsere menschliche, subjektive Wahrnehmung und trägt im traumähnlichen, klaustrophobischen Zustand Ophelia’s Kleid sowie eine Atemmaske. Das Werk wurde kürzlich im San Francisco Chronicle "Ophelia returns after 300 years with new message" von Charles Desmarais und Cultured Magazine unter "Nadja Verena Marcin’s Ophelia goes on a World Tour" von Anna Volpicelli als besonderes Highlight in San Francisco und der Bay Area gepriesen.
Ophelia, die durch Trauer und unerwiderte Liebe in Shakespeares Hamlet verrückt geworden ist, hat im Laufe der Jahre die Vorstellungen von weltweiten Künstlern, Schriftstellern und Theoretikern erobert. Unter den bekanntesten Bildern von „Ophelia” ist Sir John Everett Millais' Meisterwerk Ophelia (1851-2). Es zeigt die tragische Figur im Moment vor ihrem Tod - die malerische Schönheit, die ihr letztes Lied singt, bevor das Gewicht ihres Kleides sie an den Grund des Flussbettes zieht. Ophelia ist das Plakatmädchen der Hysterie. Ihr Charakter verkörpert die leidenschaftliche, junge Frau, die von der Gesellschaft bis zum Punkt eines geistigen Zusammenbruchs unter Druck gesetzt wird, als Titel wurde Ophelia u.a. in Psychiatrien des 19. Jahrhunderts unkontrolliert emotionalen Frauen als Geisteszustand zugeschrieben. 
Während der live Performance wird die Künstlerin live im Wasser eines Glasaquariums der modularen Edelstahlskulptur versinken, und versuchen mit Hilfe eines Atemgeräts zu sprechen. Die verzerrten Töne und Geräusche klingen verstärkt im Raum. Das Live-Publikum kann der Künstlerin in diesem fragilen Zustand beizuwohnen und die eigenen Schatten auf das Glas werfen. Vor dem live Publikum wird das Werk zur perfekten Matrjoshka Puppe: die Verletzlichkeit des isolierten Individuums innerhalb der größeren Gesellschaft, die Verletzlichkeit der Gesellschaft im gesellschaftspolitischen Überbau, die Verletzlichkeit des Überbaus, der von einer kraftvollen Antwort der Natur auf unsere Umweltzerstörung bedroht ist. Wie ungehörten Botschaften verleihen die Wasserblasen dem Stück einen dunklen Humor, die Tragik menschlicher Kommunikation beschreibend. Das ätherische Bild von „Ophelia“, fragil ausgesetzt und auf technischer Unterstützung beruhend, initiiert eine poetische Sensibilität in der Hoffnung, eine reinere Umarmung der kostbaren Natur des Lebens zu vermitteln als die bisherige. 
OPHELIA erstellt den Vergleich vom historischen Schweigen der Frau zum Schweigen der Natur bei der Umweltzerstörung. In Anbetracht des Klimawandels im 21. Jahrhundert ist die Welt buchstäblich am Ertrinken. Als solches weist OPHELIA auf eine dystopische Zukunft hin, in der das Leben in einer Unterwasserwelt durchgeführt werden muss. Das Werk richtet Aufmerksamkeit auf das anthropozäne Zeitalter und dient als Metapher für die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens und Körpers. OPHELIA visualisiert, wie zerbrechlich unsere Körper im Vergleich zu den Kräften der Natur sind - in diesem Fall das Wasser. Das Projekt dient als Kontrapunkt zu Platons Allegorie der Höhle, in dem die Menschen als Halbblinde in der Subjektivität ihrer Wahrnehmung bleiben. Im Gegensatz regt uns die Kunst und Wissenschaft von OPHELIA zur Hinterfragung und Wiedergutmachung des menschlichen Handelns auf.
Die modulare Skulptur, die sich sowohl für die live Performance und Videoskulptur transformieren lasst, entstand in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Architekten Fernando Schrupp. Nach der erfolgreichen US Premiere als Special Project auf der CONTEXT Art Miami mit 85.000 Besuchern als Teil der Art Basel Miami Art Week in Dezember 2017 - in Artikeln wie Artnet’s Artikel "Everything You Need to Know About All 23 Artfairs at Art Basel Miami Beach" und Hyperallergic's Artikel "Your Concise Guide Miami Art Week 2017" gepriesen, sowie als Eröffnungsakt des New Ear Festivals von New York’s Fridmann Gallery im Februar 2018 wurde das Projekt letztlich in San Francisco’s Minnesota Street Project zum absoluten Highlight der Bay Area. Mit mehr als 300 Besuchern sowie Artikeln in San Francisco Chronicle and Cultured Magazine, sowie der Podiumsdiskussion "OPHELIA: Rebel Meme to Systems of Power and Oppression", gesponsert vom lokalen Goethe Institut San Francisco, wurde das Projekt im März 2018 mit Begeisterung am Westcoast Amerikas aufgenommen. 
Die zweijährige Wanderausstellung führt OPHELIA im Anschluss an die Präsentation in der Moltkerei e.V. in Köln als Videoinstallation in die Nube Gallery nach Santa Cruz in Bolivien gesponsert von Centro Simón I. Patiño Santa Cruz - Simón I. Patiño Foundation und Nube Gallery, im Oktober zu SomoS Arte in Berlin mit einer Förderung des Kulturamt Neukölln, im November in die Galerie AlbumArte nach Rom mit der Unterstützung von des Kunstsammlers Eyal Zucker und im Februar zu einer längeren Einzelausstellung ins Museum Schauwerk nach Stuttgart. Das Projekt wird von der Künstlerin Nadja Verena Marcin in Zusammenarbeit mit dem Franklin Furnace Archive in New York, der New York Foundation of the Arts und regionalen Kuratoren, Produzenten, Galerien und Museen konzipiert und geleitet, hat eine erfolgreiche Kickstarter Campaign hinter sich und wird produziert von Kunstraum LLC in Brooklyn. 

Mehr zur Künstlerin unter Nadja Verena Marcin, Jaeckel Gallery in New York und AKArt  in San Francisco.

 

 

Dienstag, 16.10.2018, 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr
Joanna Vortmann
Video-Installation "We want the truth. The Whole Truth." zu Ehren von
„Daphne Caruana Galizia“

 

WE WANT THE TRUTH THE WHOLE TRUTH

2 Kanal Video-Sound-Installation 2018

Daphne Caruana Galizia war die wichtigste investigative Journalistin ihres Landes (Malta).
Am Montag, 16. Oktober 2017 wurde sie in Bidnija, unweit von ihrem Haus, mit ihrem Auto in die Luft gesprengt und getötet.

Am ersten Jahrestag ihrer Ermordung möchte die Video-Sound-Installation der Kölner Künstlerin Joanna Vortmann an sie und an alle ermordeten Journalisten erinnern, die auf der Suche nach der Wahrheit getötet wurden.

Das Werk ist in Zusammenarbeit mit der Familie von Frau Caruana Galizia entstanden. 
Kernstück sind Texte der Journalistin über Demokratie und Pressefreiheit im Allgemeinen, über die Bedrohungen gegen ihre Person und ihre Familie, sowie über politische Korruption und ihre Auswirkung auf die Bürger aller Länder. 

Die Video-Aufnahmen wurden im Dezember 2017 in Malta, Msida, Pieta und Valletta gemacht. 

Die Gesamtlänge des Werkes: 17 Minuten. Es gibt eine englische und eine deutsche Fassung.

Hintergrund:

Die Pressefreiheit ist in vielen Ländern in Gefahr – auch zunehmend in Europa.
Immer mehr Journalisten und Journalistinnen werden weltweit ermordet, allein im Jahr 2018 sind es (bis Juni gezählt) bereits 47 Journalisten, Blogger und Medienmitarbeiter.

Daphne Caruana Galizia arbeitete und schrieb in ihrem Land 30 Jahre lang, ihr Blog „running commentary“ hatte bis zu 400.000 Leser und Leserinnen.
https://daphnecaruanagalizia.com

Die Journalistin enthüllte unzählige Skandale, in die maltesische Politiker verwickelt sind. In den letzten Jahren ihres Wirkens nahmen ihre Veröffentlichungen zu (Panama-Papers), und parallel dazu Attacken in den Medien, Mord-Drohungen und Verleumdungsklagen.

Maltesische Politiker unternahmen alles, um sie zum Schweigen zu bringen: Zum Zeitpunkt ihres Todes gab es 47 Gerichtsverfahren gegen sie. Ihre Konten waren eingefroren. Im Ausland erwarteten sie millionenschwere weitere Klagen, um sie finanziell zu ruinieren, mit Wissen und Billigung der maltesischen Regierung!

Drei Männer wurden im Zusammenhang mit der Bluttat festgenommen. Die Indizienlage gegen sie ist erdrückend. Doch es handelt sich offenbar um einen Auftragsmord, denn die Journalistin hat diese drei Männer nie erwähnt, und sie hatten kein Motiv.

Die Auftraggeber des Mordes sind auch ein Jahr nach dem Mord vollkommen unbekannt. 

 

 

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